Was die Digitalisierung für den Medizin- und Pflegebereich bedeutet

Pflegeroboter, smarte Implantate, digitale Tabletten, biometrische Tattoos – die Trendwörter, die derzeit im Medizin- und Pflegebereich kursieren, klingen eher nach Science Fiction denn nach Krankenhausrealität. Doch wie weit sind wir tatsächlich von diesen Zukunftstechnologien entfernt? Und welche Rolle spielt UCC bei der Digitalisierung im Healthcare-Sektor?

Viele Deutsche sind bereit für NextGen-Medizintechnik. Laut aktueller bitkom-Studie würden sich 47 Prozent der Befragten von einem Roboter operieren lassen. 50 Prozent stehen der digitalen Tablette, die Informationen beispielsweise an Smartphones überträgt, offen gegenüber. Und rund ein Drittel kann sich vorstellen, Vitalfunktionen per Mikrochip überwachen zu lassen.

Die Realität im Gesundheitswesen zeigt aber ein anders Bild. Behandlungen durch autonome Roboter mit künstlicher Intelligenz und Co. sind auch 2017 noch Zukunftsmusik. Den größten praktischen Nutzen für Krankenhäuser und Pflegeheime bieten – gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel – Technologien, die heute schon nachhaltig bei Dokumentation, Organisation, Kommunikation und Informationsaustausch entlasten.

IT vereinfacht die Organisation

Ärzte und Krankenschwestern verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit organisatorischen Aufgaben. Hier hilft eine elektronische Dokumentation. Alle Patientendaten werden zentral in einer Datenbank gespeichert und stehen Ärzten und Pflegern jederzeit zur Verfügung. Die Akte lässt sich im Büro oder am Krankenbett einsehen und bearbeiten. Vitalwerte wie Blutdruck oder Körpertemperatur werden von Diagnosegeräten automatisch eingespeist. Fehler, etwa durch eine unleserliche Handschrift, sind ausgeschlossen.

Elektronische Dokumentation international denken

Die EU-Länder entwickeln seit Jahren Konzepte für eine europaweit einheitliche Patientenakte, in der sämtliche Befunde, Diagnosen und Therapiepläne hinterlegt sind. Die eAkte soll jedem Arzt via Cloud zur Verfügung stehen. So ließe sich die Verwaltung und die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit deutlich erleichtern.

Mit UCC gegen den Fachärztemangel auf dem Land

Gerade auf dem Land, wo Spezialisten rar und die wenigen Ärzte oft überlastet sind, eröffnen moderne UCC-Lösungen neue Möglichkeiten: Wenn der externe Spezialist per Videokonferenz bereitsteht, erleichtert das die Kommunikation mit Patienten und den Austausch mit Kollegen. Ebenfalls schon Realität: Der Facharzt diktiert seine Befunde ins DECT-Mobilteil. Und der Hausarzt erhält den Bericht als Sprachdatei oder Speech-to-Text-konvertiertes Dokument per E-Mail.

Moderne Kommunikation für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Im Zusammenspiel mit innovativen AAL-Technologien (Ambient Assisted Living) ermöglicht moderne UCC-Technologie pflegebedürftigen Menschen den Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung: Sensormatten erkennen Stürze. GPS-Tracker überwachen den Aufenthaltsort des Betreuten. CO2-Sensoren lüften automatisch. Smarte Thermostate regeln die Raumtemperatur – und bei Notfällen kann die betreute Person das Pflegeteam einfach per Video-Call kontaktieren.

Kürzere Reaktionszeiten im Krankenhaus

Moderne UCC-Features optimieren längst auch die stationäre Pflege: Etwa wenn Präsenzmanagement-Tools Auskunft über die Verfügbarkeit von Pflegepersonal geben. Oder wenn eine automatische Rufumleitung aufs Handy die Erreichbarkeit des Stationsarztes optimiert.

Bessere Betreuung auf Station

Selbst klassische, analoge Krankenhaustechnik lässt sich mit modernen Kommunikationslösungen heute auf einen neuen Level heben. Zum Beispiel, indem der Lichtruf um eine IP-Kamera im Patientenzimmer erweitert wird. So erkennt das Pflegepersonal Probleme schon auf den ersten Blick – und kann sich optimal vorbereitet zum Patienten aufmachen.

Minimierung des Verwaltungsaufwands

Krankenhäuser administrieren oft Hunderte von TV-, Internet- und Telefon-Accounts – für ohnehin überlastete IT-Abteilungen mitunter eine Sisyphusarbeit. Nahtlos integrierte All-IP-Netzwerke vereinfachen diese Prozesse. Nutzer und Nebenstellen lassen sich per Mausklick anlegen und aktvieren, eine Software protokolliert Anrufe und erstellt eine digitale Rechnung.

Das smarte Krankenzimmer spricht IP

Viele Dienste lassen sich in einem Multi-Media-Terminal mit Touchscreen und Telefonhörer am Krankenbett zusammenführen. Patienten können darüber fernsehen, telefonieren, Mittagessen bestellen, Temperatur und Licht regeln, Schwestern unter Angabe eines Grunds rufen, Behandlungspläne abrufen oder die Abrechnung für TV und Telefon einsehen – und während der Visite mit dem Arzt alle wichtigen Daten durchgehen.

Fazit: Die Digitalisierung bleibt spannend

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet rasant voran und bleibt sowohl mit Blick auf die Abläufe in der Pflege als auch auf das medizinische Equipment weiter spannend. Viele Experten gehen davon aus, dass die Entwicklung in diesem Bereich in den kommenden Jahren weiter große Fortschritte machen wird. Wir bleiben dran – immerhin kommt unseren Kommunikationsplattformen bei der Migration eine Schlüsselrolle zu.